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Die Frauen Menzingen sind am Freitag in ihr 142 Vereinsjahr gestartet. Und überraschen mit einem Novum: Mit Dominik Schmid führt erstmals ein Mann den Seniorenkreis. 

In der Zuger Berggemeinde sind sie ein fixer Bestandteil des Dorflebens: Die Frauen Menzingen. Seit nun 142 Jahren kümmern sie sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Menzingen. Sei das mit dem liebevollen Besuch von älteren, alleinstehenden Menschen, mit dem Suppenzmittag, mit spezifischen Anlässen für Familien mit kleinen Kindern, Senioren oder mit einem überaus abwechslungsreichen, wöchentlichen Sportprogramm. Auf die Frauen Menzingen ist Verlass. Doch auch sie haben mit dem gesellschaftlichen Phänomen zu kämpfen, dass es zunehmend schwieriger wird, genügend Frauen für die anspruchsvolle und vor allem zeitintensive Vorstandsarbeit zu motivieren. Deshalb haben sie letztes Jahr ein neues Organigramm eingeführt. Damit wurden die einzelnen Arbeiten in verschiedene Ressorts aufgeteilt, womit sich der Zeitaufwand für die involvierten Frauen massiv verringerte: «Ein Herzensdank an unsere Ressortfrauen. Es freut mich, dass sich diese Neuausrichtung im Verein bewährt hat», freute sich Yvonne Stadelmann, Präsidentin der Frauen Menzingen. Sie führte am Freitagabend in der Menzinger Mehrzweckhalle Schützenmatt durch die Generalversammlung und präsentierte das neue Jahresmotto «Herzenssache». Ihr Appell: «Öffnen Sie Ihr Herz, investieren Sie Herzblut in unserem Alltag und in unserem Dorf.» 

Und weil man bei den Frauen Menzingen lebt, was man predigt, genehmigten die Anwesenden eine ganz neue Herzenssache: Die Hälfte des Jahresgewinnes wird ab sofort an eine Institution oder Organisation, die sich für benachteiligte Menschen einsetzt, gespendet. Für das angebrochene Vereinsjahr wurde ein Spital-Projekt der Menzinger Schwestern in Sri Lanka ausgewählt. Ebenfalls einstimmig wählte die Versammlung die neue Aktuarin Isabelle Menzi. Die CVP-Gemeinderätin ersetzt Susanna Elsener, die aus beruflichen Gründen ihr Amt abgegeben hat. Und dann durfte Yvonne Stadelmann ein Novum verkünden: Im Frauenverein leitet nun erstmals ein Mann eine der Gruppen: Dominik Schmid übernahm von Ruth Moos und Rosmarie Roth den Seniorenkreis: «Wir sind so modern, dass wir als erste Frauengemeinschaft einen Mann im Leitungsteam haben», freute sich Yvonne Stadelmann. Auch Kassiererin Matthia Diener hatte allen Grund zur Freude – sie durfte einen Vereinsgewinn von über 2’200 Franken präsentieren, mahnte aber: «Einige unserer Angebote mussten wir im letzten Vereinsjahr wegen zu wenig Nachfrage absagen. Das frustriert.» Matthia Diener sieht das mangelnde Interesse vor allem demographischer Natur: «Etwa 60 Prozent unserer Mitglieder sind zwischen 30 und 65 Jahre alt. Das sind die Jahre, in denen die meisten Frauen mit Familie, Kindern und Beruf stark eingespannt sind.» Umso mehr freute sie sich zu verkünden, dass allein in den letzten paar Tagen vor der Generalversammlung sich sieben neue, junge Frauen dem Verein angeschlossen haben. Es scheint ganz so, als ob die Frauen Menzingen für immer mehr Einwohnerinnen eine Herzenssache werden. 

Ihre Frauen Menzingen

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